Podcast-Check: Vom Werkzeugkasten zur Influencerin

Der SHK-Podcast #067

Melissa Stadali ist Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und
Klimatechnik. Das Handwerk wurde ihr in die Wiege gelegt: Ihr Vater ist ebenfalls Anlagenmechaniker für Gas und Wasser. Nach ihrem Abitur hat sich „Lissy“ für diese Ausbildung entschieden und ist glücklich mit ihrem Weg. Im Podcast berichtet sie, wie sie zur Influencerin wurde und warum die Online-Community für das Handwerk wichtig ist. Wir haben uns die Folge für euch angehört.

Ihre Ausbildung absolvierte Lissy zunächst bei einem anderen SHK-Betrieb, um nicht nur „die Tochter vom Chef“ zu sein. Während der Ausbildung war sie zunächst oft auf Großbaustellen im Einsatz und mit „Hilfsarbeiten“ beschäftigt. Azubis seien schließlich günstige Arbeitskräfte, meint Lissy. Erst gegen Ende ihrer Ausbildung wurde sie im Kundendienst eingesetzt – einem Bereich, in dem sie sich mehr zuhause fühlt.

Nachfolge und Selbstständigkeit

Inzwischen arbeitet sie als angestellte Anlagenmechanikerin im ehemaligen Betrieb ihres Vaters, der von einem langjährigen Mitarbeiter übernommen wurde.

„Ich bin in dem Beruf gut aufgehoben – aber ich sehe mich nicht in einer Selbstständigkeit“
Melissa Stadali

Auch wenn sie bereits seit fünf Jahren ausgelernt habe, sei sie noch nicht bereit für die Selbstständigkeit, so Lissy. Bei der Nachfolgeregelung müsse man sich nicht immer auf die eigene Familie verlassen, auch bewährte Mitarbeiter können einen Betrieb in familiärer Atmosphäre fortführen. Ein paar Tage die Woche arbeitet auch Lizzys Vater noch im Betrieb – die Auftragslage sei sehr gut aber das Personal derzeit knapp.

Von der Anlagenmechanikerin zur Influencerin

In ihrem Berufsalltag macht Lissy hauptsächlich den Kundendienst. Nach ersten Snapchat-Videos hätten Freunde und Kollegen sie animiert, einen Instagram-Account zu erstellen, so Lissy. Ihr Kanal läuft sehr gut und hat über 43.000 Follower. Die Followerschaft sei stetig gewachsen, manchmal langsamer, manchmal schneller. Wenn ein Video „viral gehe“ und mehrere Millionen Aufrufe habe, dann blieben viele auch als Follower hängen. Aber Zahlen seien nicht alles – wichtiger sei eine gute Community und ein positiver und konstruktiver Austausch. Viele jüngere Auszubildende hätten Fragen an sie, gleichzeitig habe sie selbst Fragen an andere Handwerker, resümiert Lissy. 

„Ich konnte über Instagram auch schon richtig viel von anderen Monteuren lernen“
Melissa Stadali

Reichweite ist nicht alles

Social Media solle trotz ihres Erfolges in erster Linie ein Hobby für sie bleiben. Lissy sieht sich nach wie vor als Handwerkerin, womit sie auch ihr Geld verdient. Daher sei sie auf Reichweite nicht angewiesen. Sie poste nur, was sie möchte und so viel sie möchte. Insbesondere der Austausch in der Community sei sehr zeitaufwändig: fünfzig bis hundert private Nachrichten beantworte sie am Tag. Oft würden sich Auszubildende an sie wenden, die unzufrieden seien und einen Rat bräuchten. Gerade junge Menschen möchte sie dazu animieren, das Handwerk nicht aufzugeben.

Wie Lissy ihre Videos produziert, wie sie mit Hasskommentaren umgeht und wie sich Social-Media mit der Arbeit als Handwerkerin vereinbaren lässt, erfahrt ihr in der Podcast-Folge!