Europa Aktuell: Neue Positionspapiere der EHPA

Die European Heat Pump Association (EHPA) positioniert sich zu der geplanten Aktualisierung der Ecodesign- und Energielabel-Regeln für Raum- und Warmwasserbereiter. Gleichzeitig erläutert die EHPA in einem weiteren Positionspapier gegenüber der EU-Kommission die Rückmeldungen der europäischen Wärmepumpenindustrie zum geplanten Omnibus-Vorschlag für energieverbrauchsrelevante Produkte und zur Überarbeitung des neuen Rechtsrahmens.



Positionspapier der EHPA zur Vereinfachung der Produktvorschriften für Wärmepumpen


Im ersten Positionspapier fordert die EHPA die EU-Kommission auf, die angekündigte „Vereinfachung“ der produktbezogenen Gesetzgebung im Sinne einer gestiegenen Kohärenz und verlässlichen Planbarkeit umzusetzen. Es solle nicht zu zusätzlichen Anforderungen neue Belastungen schaffen. Denn Wärmepumpen sind laut EHPA ein Schlüssel für REPowerEU, Versorgungssicherheit und Industriearbeitsplätze.

Allein im Jahr 2024 seien laut offiziellen Zahlen der EHPA europaweit 2,31 Millionen Geräte verkauft worden. Gleichzeitig stützt der Sektor hunderttausende Arbeitsplätze.
Die Warnung der EHPA ist recht einfach: Die Kommission solle einen Weg aus dem konstant wachsenden Regelungsdickicht finden. Denn umfangreichere Ecodesign- und Energielabel-Revisionen, neue Prüf- und Nachweispflichten sowie parallele Anforderungen aus Kältemittel-, Digital- und Netzregeln können die Kosten für Hersteller erhöhen und den Hochlauf bremsen.

Konkret geht es darum, dass Anforderungen stärker am Endprodukt Wärmepumpe zu bündeln seien, Revisionen über Gesetzesbereiche hinweg zu synchronisieren, Daten nur einmal zu melden (z. B. über EPREL) und digitale Energielabel zu ermöglichen. Zudem müsse die EU die Überschneidungen von F-Gas-Regeln und einer möglichen PFAS-Beschränkung frühzeitig klären und bei „smarten“ Wärmepumpen harmonisierte, praxistaugliche Flexibilitätsregeln schaffen.

Das Ziel: Ein europäischer Rechtsrahmen, der hohe Umweltstandards sichert aber auch gleichzeitig den schnellen, bezahlbaren Wärmepumpen-Rollout unterstützt.

Hier geht es zu dem Positionspapier: EHPA-Product-Omnibus_January-2026.pdf



Stellungnahme der EHPA zu Ökodesign und Energieverbrauchskennzeichnung

Die EHPA begrüßt in Ihrem Positionspapier die geplante Aktualisierung der Ecodesign- und Energielabel-Regeln für Raum-/Kombinationsheizer sowie Warmwasserbereiter (Lots 1 & 2). Aber die Organisation warnt gleichzeitig davor, dass gut gemeinte Zusatzanforderungen die Wärmepumpen-Wende unbeabsichtigt verteuern könnten.

Hierbei sei laut EHPA ein Regelwerk entscheidend, das messbare Energie- und Klimanutzen liefert, gleichzeitig aber klar formuliert, verhältnismäßig und mit realistischen Übergangsfristen umsetzbar bleibt.

Kritisch sieht die EHPA insbesondere neue Prüf- und Berechnungsmethoden abseits harmonisierter Normen, eine zu breit angelegte verpflichtende Drittstellenprüfung sowie aufwendige Self‑monitoring- und Informationspflichten.

Stattdessen fordert der Verband mehr Vereinfachung und digitale Prozesse (z. B. elektronische Handbücher, EPREL als zentrale Datendrehscheibe), praxistaugliche Label- und Schallklassen sowie klare Regeln für die Übergangsphase alter und neuer Labels.

Hier geht es zum Positionspapier: 20260123_EHPA_feedback-Lot-1-Lot-2_approved_.pdf



Zu guter Letzt informierte der EHPA über einen neuen Projektverbund HP4INDUSTRY:

Der EU-geförderte LIFE-Projektverbund HP4INDUSTRY, gestartet am 20 Januar 2026, soll Industrieunternehmen dabei helfen, Prozesswärme und -kälte schneller zu dekarbonisieren.
Im Fokus stehen standardisierte Großwärmepumpen, die Geothermie, Solarthermie sowie Abwärme für Niedrig- und Mitteltemperaturprozesse nutzbar machen.
Damit adressiert das Projekt ein zentrales Problem im europäischen Markt. Denn heutzutage werden industrielle Wärmepumpen noch häufig als Einzellösungen geplant. Das führt dazu, dass sie meist teuer und komplexer sind. Das wiederum erschwert eine breite Skalierung der Technologie.

Insgesamt läuft das Projekt drei Jahre. In drei Phasen wird der Bedarf von in Branchen wie Papier, Lebensmittel & Getränke und Chemie analysiert. Daraus werden dann praxistaugliche Standardlösungen unter realen Bedingungen entwickelt und validiert sowie anschließend über Replikation verbreitet. Ziel ist es, Abhängigkeiten der Industrie von fossiler Energie deutlich zu senken und gleichzeitig Wettbewerbsfähigkeit und Energiesicherheit zu stärken. Zudem soll ein engerer Austausch zwischen Technologieanbieter und industriellem Anwender entstehen.

Hier geht es zur Pressemeldung: Project to decarbonise industrial heat with replicable heat pump solutions kicks off  – European Heat Pump Association