Podcast Check: Grüne Rechenzentren – So werden Sie Klimaneutral

Digitalisierung passiert nicht „in der Cloud“, sondern ganz real in Rechenzentren und die brauchen immer mehr Strom. Der IQ-Podcast „Grüne Rechenzentren – So werden sie klimaneutral“ von David Globig zeigt, warum der Energiehunger durch KI und andere Rechenprozesse rasant wächst. Gleichzeitig wird die Frage beantwortet, welche Hebel es gibt, um Rechenzentren trotzdem klimaverträglicher zu betreiben.

Der Podcast zeigt auch das die entstehende Abwärme kein Nebenprodukt ist, sondern eine wertvolle Wärmequelle, wenn man sie konsequent nutzt und mit Wärmepumpen auf das passende Temperaturniveau hebt.


Jeder Website-Aufruf, jedes Streaming und erst recht KI-Anwendungen setzen im Hintergrund komplexe Rechenprozesse in Gang. Die Folge ist meist mehr Rechenleistung und somit auch mehr Strombedarf.

Laut Podcast verdoppeln KI-Rechenzentren ihre Kapazitäten etwa alle zwei Jahre. und selbst „klassische“ Rechenzentren wachsen beim Strombedarf weiter deutlich an.

Dazu kommen Schätzungen aus dem Podcast, wonach die CO2-Emissionen von Rechenzentren trotz grüner werdendem Strommix stark steigen könnten. So war in 2025 der Ausstoß bereits bei 250 Mio. t CO₂/Jahr. Bis zum 2030 wird ein Ausstoß von 350 Mio. t CO₂/Jahr prognostiziert.


Der Podcast macht klar: Klimaverträglichkeit entsteht nicht durch ein einzelnes Label, sondern durch ein Gesamtpaket:

Erneuerbare Stromversorgung vor Ort
Am Beispiel des LEW Green Data Center in Augsburg wird berichtet, wie PV (inkl. Agri-PV) und erneuerbare Reststromversorgung durch Wasserkraftwerke zusammenspielen. Damit positioniert sich das Rechenzentrum explizit als „grünes Rechenzentrum“.

Effizienz bei der Kühlung
Kühlung verbraucht am meisten Strom. Der Ansatz in Augsburg ist Verdunstungskühlung, um Kompressoren seltener zu brauchen.

Abwärme nicht verlieren – sondern nutzen
Rechenzentren produzieren kontinuierlich Wärme. Die entscheidende Frage ist: Wohin damit? Auch hierfür gibt es im Podcast einige Antworten


Deutschland setzt inzwischen klare Rahmenbedingungen. Das Energieeffizienzgesetz verpflichtet Rechenzentren (je nach Zeitpunkt der Inbetriebnahme) schrittweise zu mehr Abwärmenutzung. Es geht dabei nicht nur um Ökostrom, sondern auch darum, insgesamt weniger Strom zu benötigen und Wärme sinnvoll weiterzugeben.


In Augsburg wird die Abwärme genutzt, um umliegende Büroflächen zu heizen. Weil die Temperatur (Rücklauf) bei rund 30 Grad Celsius liegt, kommt eine Wärmepumpe ins Spiel, die die Wärme auf etwa 60 Grad Celsius anhebt.


Niedertemperatur-Abwärme wird mit Wärmepumpen so zu hochwertiger Wärme. Das kann lokal in Gebäuden funktionieren aber auch als Einspeisung in Wärmenetze.


Auch das zweite Beispiel aus dem Podcast baut auf Abwärme. An der Universität Passau entsteht das „Bavarian Green Data Center“ als Modellprojekt, bei dem die Server-Abwärme unter anderem zur Beheizung eines Gewächshauses genutzt werden soll.


Der Podcast liefert einen wichtigen Perspektivwechsel: Rechenzentren sind nicht nur Stromverbraucher, sondern auch verlässliche Wärmequellen. Wer über klimaneutrale Rechenzentren spricht, kommt an Effizienz, erneuerbarem Strom – und Abwärme nicht vorbei.

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