Laut einer Analyse von Agora Energiewende haben Wärmepumpen im Jahr 2025 in Deutschland 3,4 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente eingespart. Zudem würden sich strukturelle Änderungen im Gebäudesektor anbahnen: Erstmalig war die Wärmepumpe mit rund 300.000 abgesetzten Geräten das meistverkaufte Heizsystem auf dem deutschen Markt. Insgesamt hinkt der Gebäudesektor jedoch hinterher.
Die Treibhausgasemissionen in Deutschland lagen im Jahr 2025 bei insgesamt circa 640 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Auch wenn die Emissionen damit das im Klimaschutzgesetz verankerte Emissionsbudget von 662 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten nicht überschritten, so waren die Emissions-Einsparungen deutlich geringer als noch im Vorjahr 2024. In manchen Sektoren stiegen die Emissionen im Vergleich zum Vorjahr sogar an. Hervorzuheben ist an dieser Stelle der Gebäudesektor.
Wärmewende: Quo vadis?
Im Gebäudesektor stiegen die Emissionen im Jahr 2025 um 3 Prozent an. Als Grund dafür sieht Agora Energiewende die kälteren Temperaturen in den Wintermonaten, die den Energieverbrauch für das Heizen erhöhten. Auch die Investitionstätigkeiten auf dem Heizungsmarkt waren insgesamt rückläufig. Einzig die Wärmepumpe hatte ein Marktwachstum zu vermelden und landete mit rund 300.000 Geräten auf dem ersten Platz der abgesetzten Wärmeerzeuger.

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Wärmepumpe im Neubau bereits Standard
Im Neubau ist die Wärmepumpe schon seit Jahren das Standard-Heizsystem. Im Wohnungsneubau lag ihr Anteil im Jahr 2025 bereits bei 67 Prozent. Auf dem zweiten Platz folgten Wärmenetze mit 23 Prozent Marktanteil. Erdgas ist im Neubau seit Jahren stark rückläufig und verliert zunehmend an Bedeutung.

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Im Wohnungsbestand sieht die Situation anders aus: Lediglich fünf Prozent der Gebäude wurden 2025 mit Wärmepumpen beheizt. Erdgas dominierte mit einem Anteil von 56 Prozent, gefolgt von Heizöl mit 17 Prozent. Die fossilen Systeme haben den Wohnungsbestand demnach weiterhin fest im Griff. Insbesondere hier muss die Wärmewende in den nächsten Jahren ansetzen.
Wärmepumpe als Zugpferd der Wärmewende
Dass die Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor im letzten Jahr angestiegen sind, ist eine alarmierende Entwicklung. Falls die Wärmewende nicht vorankommt, werden die deutschen Klimaziele gefährdet, was unter anderem Strafzahlungen an die Europäische Union zur Folge hätte. Die Zahlen zeigen: Wärmepumpen sind eine effiziente Lösung, die Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor zu senken. Trotz ihres noch geringen Anteils im Bestand wurden durch Wärmepumpen bereits 3,4 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente im Jahr 2025 eingespart. Das Potential an Treibhausgas-Einsparungen ist demnach enorm, wenn im Bestand zunehmend auf die Wärmepumpe gesetzt würde. Fest steht: Die Emissionseinsparungen durch Wärmepumpen sind deutlich größer als die Einsparungen, die durch den Austausch alter Gas- und Ölheizungen mit neuen Gas- oder Ölheizungen erzielt werden. Der Heizungsmarkt zeigt bereits positive Entwicklungen – die Verbraucher haben die Vorteile der Technologie erkannt. Nun gilt es, die Wärmepumpe auch politisch als Wachstums- und Zukunftsmotor zu begreifen.
Quelle:
Agora Energiewende (2026): „Die Energiewende in Deutschland: Stand der Dinge 2025“
Grafiken: © Creative Commons-Lizenz CC BY Agora Energiewende

