Ammoniak-Wärmepumpe versorgt Nahwärmenetz in Biessenhofen

Referenzobjekt

Im Nestlé-Werk Biessenhofen erschließt eine elektrische Ammoniak-Wärmepumpe Abwärme aus der industriellen Kälteversorgung. Sie speist die zurückgewonnene Energie in das werksweite Nahwärmenetz ein und versorgt damit Gebäude sowie einzelne Produktionsbereiche. Die Anlage nahm im August 2024 ihren Betrieb auf.

Als Wärmequelle nutzt die Wärmepumpe den Ammoniakkreislauf der bestehenden Kälteanlage. Dort fällt Abwärme mit einer Temperatur von rund 23 °C an. Die Wärmepumpe hebt dieses Temperaturniveau an und liefert Heizwasser mit 60 °C bei einer Rücklauftemperatur von 45 °C.

Bild: Clemens Teyen

Wärme für hygienisch anspruchsvolle Produktionsprozesse

Zu den wichtigsten Abnehmern zählen die Lüftungsanlagen in der Produktion von Säuglingsnahrung. Sie kühlen die Luft zunächst ab und entfeuchten sie. Anschließend bringen sie die Luft wieder auf Raumtemperatur. Dieser energieintensive Prozess trägt dazu bei, die hohen Hygieneanforderungen einzuhalten und die Produktsicherheit zu gewährleisten.

Die Wärmepumpe stellt dafür eine Gesamtleistung von 2.200 kW bereit. Am angestrebten Betriebspunkt erreicht sie 1.800 kW. Die Jahresarbeitszahl liegt bei 5.

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Weniger Dampf und 1.500 Tonnen CO₂-Einsparung

Die neue Wärmepumpe ersetzt einen älteren Heißwasser-Dampf-Wärmetauscher. Dadurch senkt Nestlé den Dampfbedarf des Werks deutlich und führt bislang ungenutzte Abwärme in den Energiekreislauf zurück.

Die Anlage spart jährlich rund 1.500 Tonnen CO₂ ein. Das entspricht etwa zehn Prozent der jährlichen CO₂-Emissionen des Standorts. Nestlé erwartet zudem eine Kostenersparnis von rund 500.000 Euro pro Jahr und investierte deswegen einen einstelligen Millionenbetrag in die Umsetzung.

Johnson Controls stellte die Wärmepumpe her, Sabroe übernahm die Installation und Nestlé verantwortete die Planung.

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Ergänzung durch Agri-Photovoltaik

Eine angrenzende Agri-PV-Anlage ergänzt das Energiekonzept am Standort. Ihre 7.800 Solarmodule erreichen zusammen eine Leistung von 4,5 MWp. Insgesamt kann die Anlage den Netzstrombezug des Werks um bis zu 25 Prozent verringern.

Bild: Clemens Teyen

Die Kombination aus industrieller Abwärmenutzung, elektrischer Wärmeerzeugung und PV-Stromproduktion senkt den Einsatz dampfbasierter Wärme und den Netzstrombezug am Standort. Nestlé nutzt dadurch vorhandene Energieflüsse effizienter und reduziert die CO₂-Emissionen des Werks.


Quelle: Nestlé-Werk Biessenhofen investiert Millionenbetrag in neue Wärmepumpe und reduziert CO2 | Nestlé Deutschland

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