Laut Zahlen des BDH liegt der deutsche Wärmepumpenmarktanteil im ersten Halbjahr von 2026 bei 55 Prozent. Auch in Europa konnte die European Heat Pump Association (EHPA) einen positiven Trend beobachten, rund 2,9 Millionen Wärmepumpen für Wohngebäude wurden 2025 in 21 europäischen Ländern verkauft. Das entspricht einem Plus von 13 Prozent gegenüber 2024.
Damit wächst der europäische Markt erstmals wieder nach zwei Jahren mit rückläufigen Verkaufszahlen. Nach dem starken Anstieg im Jahr 2022, als infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine die Gaspreise sprunghaft gestiegen waren, gingen die Verkäufe 2023 und 2024 zurück.
Hierfür sind laut EHPA teilweise sinkende Energiepreise und der Abbau von Förderprogrammen in mehreren europäischen Ländern verantwortlich. Die Erholung in 2025 sei vor allem aufgrund stärkerer Anreize und steuerlichen Entlastungen bei Strom und Wärmepumpen zu verzeichnen.
Aus der Sicht von EHPA und BWP ist das Verhältnis von Strom- zu Gaspreisen entscheidend. In Deutschland, aber auch in anderen europäischen Ländern wird Strom weiterhin stärker mit Steuern und Abgaben belastet als Gas. Laut EHPA verzeichneten Märkte mit einer ausgewogeneren Energiebesteuerung dagegen regelmäßig höhere Wärmepumpenverkäufe. Mit ihrem Electrification Action Plan will die Europäische Kommission dieses Verhältnis verbessern. Bis 2030 werden nationale Zielwerte von 2,5 für Haushalte und 2,0 für die Industrie angestrebt. Die EU-Kommission schlägt hierfür auch Reformen der Energiebesteuerung vor.
29,3 Millionen Anlagen stärken die Wärmeversorgung
In den von der EHPA betrachteten 21 Ländern sind inzwischen rund 29,3 Millionen Wärmepumpen installiert. Nach Berechnungen der EHPA vermeiden sie jährlich etwa 25 Milliarden Kubikmeter Gasimporte. Dadurch werden Importkosten von schätzungsweise 9,7 Milliarden Euro pro Jahr eingespart. Die erzeugte Wärmemenge entspricht laut EHPA dem Energiegehalt von mehr als 200 LNG-Schiffsladungen. Die Wärmepumpe trägt also nicht nur zur Dekarbonisierung des europäischen Gebäudesektors bei, sondern macht Europa auch unabhängiger von fossilen Energieimporten.
Italien plant Investitionen in Gebäude und Elektrifizierung
Ein weiteres Signal kommt derweil aus Italien. Das Land hat laut EHPA den Entwurf eines Sozialklimaplans mit einem Volumen von 9,3 Milliarden Euro vorgelegt. Die geplanten Maßnahmen sollen von 2026 bis 2032 laufen und aus künftigen Einnahmen des europäischen Emissionshandels ETS2 finanziert werden.
Davon sind 3,2 Milliarden Euro für die Sanierung von Sozialwohnungen und Gebäuden von Kleinstunternehmen vorgesehen. Die Maßnahmen nennen ausdrücklich den Einsatz von Wärmepumpen. Weitere 95 Millionen Euro sollen die Elektrifizierung unterstützen, indem die elektrische Anschlusskapazität von Gebäuden erhöht wird.
Quellen und weitere Informationen:
Why heat pump sales are growing again – European Heat Pump Association
Italy’s €9.3 billion for the green transition – European Heat Pump Association
Clima, Pichetto: “Con il Piano Sociale da 9,3 miliardi sosteniamo famiglie e imprese nella transizione. Un’Italia più giusta, più forte, più sostenibile” – Ministero dell’Ambiente e della Sicurezza energetica
BWP-Blogartikel zum Electrification Action Plan: Europa Aktuell: Electrification Action Plan – BWP-Blog

