Wärmepumpe für ein Fachwerkhaus von 1870

Referenzobjekt der Woche

Traditionelles Fachwerkdesign trifft auf die Heiztechnik der Zukunft.

Das drei Wohneinheiten umfassende, rund 300 m² große Wohnhaus wurde im Zuge der Sanierung von einer 25 Jahre alten Gas-Brennwerttherme auf eine Luft/Wasser-Wärmepumpe umgestellt. Die intakte Fachwerkfassade sollte dabei erhalten bleiben. Statt einer konventionellen Außendämmung wurde deshalb die Heizlast mit gezielten Eingriffen in die Gebäudehülle gesenkt. Auf dieser Grundlage übernimmt heute eine monovalent betriebene Split-Luft/Wasser-Wärmepumpe mit 20 kW Heizleistung die Wärmeversorgung.

Heizlast senken, Fachwerk bewahren

Die energetischen Maßnahmen konzentrierten sich auf ausgewählte Bereiche des Gebäudes. Zellulose-Einblasdämmung kam an den Innenwänden, den Geschossdecken und den Kriechböden zum Einsatz. Hinzu kamen gedämmte Fenster Laibungen, Windfänge an den Eingangstüren und die Dämmung der Kellerdecke.

Dieser minimalinvasive Ansatz reduzierte den Wärmebedarf, ohne die intakte Fachwerkfassade mit einer Außendämmung zu überdecken. Die Sanierung verbindet damit den Erhalt des historischen Erscheinungsbildes mit den technischen Voraussetzungen für den Einsatz einer Wärmepumpe.

Wärmepumpe mit vorhandenen Heizkörpern

Als Wärmeerzeuger wurde eine Weishaupt 20-B-RMD-AI installiert. Die Split-Luft/Wasser-Wärmepumpe nutzt Außenluft als Wärmequelle und stellt 20 kW Heizleistung bereit. Sie deckt den Wärmebedarf des Gebäudes monovalent, also ohne einen weiteren Wärmeerzeuger für die Spitzenlast.

Die vorhandenen Flachheizkörper konnten größtenteils weiterverwendet werden. Einzelne Heizkörper wurden mit Lüftern ausgestattet, um ihre Wärmeabgabe bei niedrigeren Vorlauftemperaturen zu erhöhen. Ein Trinkwarmwasserspeicher und ein Pufferspeicher sind in das System eingebunden. Für die Anlage ist eine Jahresarbeitszahl von 3,55 angegeben.

Photovoltaik und Batteriespeicher

Eine Photovoltaikanlage mit 18,4 kWp ergänzt das Energiesystem des Gebäudes. Die Module sind in Ost-West-Ausrichtung angeordnet. Ein Batteriespeicher mit 22,5 kWh Speicherkapazität nimmt einen Teil des vor Ort erzeugten Stroms auf und stellt ihn zeitversetzt zur Verfügung.

Planung und Umsetzung

Die Wärmepumpe stammt von Weishaupt. Für die Installation war die SPS Haustechnik GmbH verantwortlich. Die Planung übernahmen die energie Barmstedt GmbH & Co. KG und Stefan Bolln.

Durch die abgestimmte Kombination aus punktueller Dämmung, angepasster Wärmeverteilung und neuer Wärmeerzeugung konnte das Fachwerkhaus auf eine monovalente Wärmepumpenversorgung umgestellt werden. Die intakte Fassade und der größte Teil der vorhandenen Flachheizkörper blieben dabei erhalten.


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