Europa Aktuell: EHPA-Position zum Clean Heat Market Mechanism 

Im Rahmen ihres Electrification Action Plan hat die Europäische Kommission die mögliche Einführung eines Clean Heat Market Mechanism bis 2027 ins Gespräch gebracht. Die European Heat Pump Association (EHPA) hinterfragt in Ihrem Positionspapier die Wirksamkeit des Mechanismus für den Ausbau von Wärmepumpen

Positionpapier der EHPA 

Die EHPA begrüßt grundsätzlich die Initiative zur Förderung von Wärmepumpen, bewertet den Vorschlag jedoch gemischt. In ihrem Positionspapier sieht der Verband eine mangelnde Nachfrage als größteres Hindernis für die weitere Verbreitung von Wärmepumpen. Laut EHPA hat die Branche auf die Initiativen der EU mit einem Ausbau ihrer Produktion reagiert und sich an die veränderten Marktbedingungen angepasst. Nach Angaben des Verbands werden mehr als 80 Prozent der in Europa verkauften Monoblock-Wärmepumpen und über 90 Prozent der Inneneinheiten innerhalb Europas montiert.Da die europäischen Hersteller bereits in der Lage sind, eine höhere Nachfrage zu bedienen, sollten sich neue Maßnahmen nach Ansicht der EHPA vor allem darauf konzentrieren, Wärmepumpen für Verbraucher attraktiver zu machen. Ein zentrales Problem ist dabei das Strom-Gas-Preisverhältnis. Strom wird in den meisten EU-Mitgliedstaaten für Endverbraucher stärker besteuert als Gas. Daskostet Haushalte im Durchschnitt etwa zweieinhalbmal so viel. Die EHPA fordert daher, das Preisverhältnis in allen Mitgliedstaaten auf unter 2,5 zu senken. Vorrang sollte aus Sicht der EHPA die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Verbraucher haben und nicht ein Eingriff in die Geräteproduktion. 

Die Erfahrungen aus Großbritannien 

Die EHPA untersuchte einen vergleichbaren Mechanismus, der 2025 im Vereinigten Königreich eingeführt wurde. Das Modell legt Ziele für Wärmepumpeninstallationen und das Marktwachstum fest und verbindet finanzielle Anreize mit Sanktionen bei Nichterfüllung. Kritiker aus der Heizungsbranche bezeichneten die Regelung schnell als „Boiler Tax“, da Hersteller die Preise für Heizkessel erhöhten und einen Teil der damit verbundenen Kosten an die Verbraucher weitergaben. 

Die bisherigen Ergebnisse fallen gemischt aus: Während die Zahl der Wärmepumpeninstallationen 2025 um 9 Prozent stieg, ging sie im ersten Halbjahr 2026 um 22 Prozent zurück. Die EHPA mahnt daher zur Vorsicht bei der Einführung eines ähnlichen Mechanismus auf EU-Ebene.  

Der Verband warnt auch vor möglichen Marktverzerrungen und politischen Gegenreaktionen, insbesondere wenn eine Regelung mit höheren Kosten für Verbraucher in Verbindung gebracht wird. Zudem bestehe die Gefahr, dass sie von direkteren Maßnahmen ablenkt. Hinzu kommt, dass sich die 27 nationalen Märkte der EU hinsichtlich der Verbreitung von Wärmepumpen erheblich unterscheiden.

Die Empfehlungen der EHPA 

Statt neue Marktverpflichtungen einzuführen, spricht sich die EHPA dafür aus, bestehende politische Instrumente und Maßnahmen zur Förderung von Wärmepumpen zu stärken. Die Senkung des Strom-Gas-Preisverhältnisses bleibt dabei die zentrale Forderung der EHPA. Darüber hinaus empfiehlt der Verband die vollständige und fristgerechte Umsetzung des ETS2, eine Senkung der Mehrwertsteuer auf null Prozent sowie Fördermaßnahmen, die sowohl den Ausstieg aus fossilen Energieträgern als auch die Wärmepumpenproduktion unterstützen. Ein weiterer wichtiger Aspekt sei die ist dieSicherstellung einer ausreichend großen und gut ausgebildeten Fachkräftebasis für die Installation von Wärmepumpen. 

Hier geht es zum Positionspapier der EHPA: EHPA’s position on an EU clean heat market mechanism – European Heat Pump Association