Wärmepumpen-Absatz in Europa steigt um 11 Prozent

Der Absatz von Wärmepumpen für Wohngebäude ist im ersten Halbjahr 2026 in zwölf europäischen Ländern um insgesamt 11 Prozent gestiegen. Das geht aus aktuellen Zahlen der European Heat Pump Association (EHPA) hervor. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2026 rund 1,163 Millionen Wärmepumpen verkauft, verglichen mit etwa 1,048 Millionen Geräten im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Nach einer Phase verhaltener Marktentwicklung in mehreren europäischen Ländern zeigen die aktuellen Zahlen ein deutliches Wachstum. Die EHPA bewertet die Entwicklung als Zeichen dafür, dass Verbraucherinnen und Verbraucher verstärkt auf elektrische Heizlösungen setzen. Erfasst wurden die Verkaufszahlen in zwölf europäischen Märkten: Österreich, Belgien, Schweiz, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Norwegen, Portugal und Schweden.

Energiepreise beeinflussen Kaufentscheidungen 

Als einen möglichen Grund für den Anstieg nennt die EHPA die Entwicklung der Energiepreise. Nachdem die Straße von Hormus Anfang 2026 zeitweise geschlossen wurde, stiegen die Preise für Öl und Gas deutlich an. Die Europäische Kommission reagierte darauf mit Maßnahmen, die den Umstieg auf elektrische Heizsysteme beschleunigen sollen, darunter Vorschläge zur Senkung der Stromsteuer. 

Die Branche weist seit Langem darauf hin, dass die Wettbewerbsfähigkeit von Wärmepumpen maßgeblich vom Verhältnis zwischen Strom- und Gaspreisen abhängt. Wo Strom im Vergleich zu fossilen Energieträgern günstiger wird, verbessert sich die Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen für Verbraucherinnen und Verbraucher.

Faire Preisstrukturen stärken die Wärmewende 

Die Europäische Kommission hat in ihrem Aktionsplan zur Elektrifizierung betont, dass die steuerliche Belastung von Strom nicht höher sein sollte als die von Gas. Zudem werden Anpassungen bei Netzentgelten diskutiert, um flexible elektrische Technologien wie Wärmepumpen stärker zu fördern.  

Die EU hat im Juli 2026 ihren Electrification Action Plan veröffentlicht. Dieser ist für den europäischen Wärmepumpensektor richtungsweisend. 

Politische Rahmenbedingungen und Energiekosten haben einen direkten Einfluss auf Investitionsentscheidungen im Gebäudebereich. Ein fairer Wettbewerb zwischen Strom und fossilen Energieträgern bleibt daher ein wichtiger Hebel für die weitere Marktentwicklung und die Transformation des Wärmesektors. Nun gilt es, dass die Mitgliedsstaaten konsequent handeln und den europäischen Aktionsplan umsetzen. 

Strompreis dauerhaft entlasten 

Das Strom-Gaspreis-Verhältnis für Neukunden liegt durch die Energiekrise derzeit bereits auf einem Niveau von 2:1. Nun gilt es, dieses Verhältnis auch langfristig und krisenunabhängig zu verstetigen. Das gelingt über dauerhafte und systematische Entlastungen des Strompreises. Wegen der vielen Bestandskunden von Gas und Öl, die so kurzfristig nicht defossilisieren können, besteht zwar ein berechtigtes politisches Interesse, die Preise für fossile Energieträger wieder abzusenken. Doch das Strom-Gaspreis-Verhältnis darf nicht darunter leiden: Es muss auf dem aktuellen Niveau verbleiben, um die Elektrifizierung voranzutreiben.


Quelle: European Heat Pump Association (EHPA): „Post-Hormuz heat pump sales climb 11%“, veröffentlicht am 28. September 2026