Referenzobjekt der Woche
Von Abwärme zu Nahwärme mit Sonnenstrom.
Das Nahwärmenetz in Mertingen versorgt Privathaushalte, Wohngebäude eines Neubaugebiets, kommunale Einrichtungen und Gewerbebetriebe. Seit 2023 ergänzt eine industrielle Luft/Wasser-Großwärmepumpe die bereits vorhandenen Wärmequellen. Für ihren Betrieb ist ein nahe gelegener Photovoltaikpark über eine Direktleitung angebunden.
Wärmenetz mit mehreren lokalen Wärmequellen
Die Gemeinde Mertingen und GP JOULE gründeten 2016 die ProTherm Mertingen GmbH, um eine regionale Wärmeversorgung aufzubauen. Das Wärmenetz ging 2017 in Betrieb und nutzte zunächst vor allem Abwärme lokaler Biogasanlagen. Später kam Industrieabwärme des Unternehmens Zott hinzu.
Mit dem Ausbau des Netzes stieg auch der Wärmebedarf. Die 2023 integrierte Großwärmepumpe erweitert die Erzeugungsstruktur und speist die erzeugte Wärme zentral in das Nahwärmenetz ein. Übergabestationen verteilen sie an die angeschlossenen Gebäude.

Zweistufige Großwärmepumpe mit Ammoniak
Die Luft/Wasser-Wärmepumpe nutzt Außenluft als Wärmequelle und erreicht eine Heizleistung von circa 900 kW. Sie arbeitet zweistufig mit zwei Hubkolbenverdichtern, die von Elektromotoren mit jeweils 170 kW Leistung angetrieben werden. Als Kältemittel kommen 65 kg Ammoniak zum Einsatz.
Für die Anlage ist eine Jahresarbeitszahl von 2,32 angegeben. Die Großwärmepumpe ergänzt damit die vorhandenen Abwärmequellen im Erzeugungsmix des Nahwärmenetzes.
Solarstrom, Wärmespeicher und intelligente Steuerung
Ein nahe gelegener Photovoltaikpark mit 750 kW ist über eine Direktleitung mit der Anlage verbunden. Dadurch kann lokal erzeugter Solarstrom unmittelbar für den Betrieb der Großwärmepumpe genutzt werden.
Zwei Pufferspeicher mit jeweils 84.000 Litern Wasser entkoppeln Wärmeerzeugung und Wärmebedarf zeitlich. Eine KI-basierte Steuerung optimiert den Strombezug, die Wärmeerzeugung und den Speicherbetrieb. So lässt sich die Wärmeproduktion mit der Stromverfügbarkeit und dem Bedarf des Nahwärmenetzes abstimmen.

Projektumsetzung
Die HAUPT Kühlsysteme GmbH stellte die Großwärmepumpe her. Die Planung übernahm die GP JOULE Wärme GmbH & Co. KG. In Mertingen greifen damit mehrere lokale Wärmequellen, eine direkt angebundene Photovoltaikanlage, großvolumige Wärmespeicher und die zentrale Steuerung im laufenden Nahwärmenetz ineinander.
Hier geht es zu unserem Referenzobjekt: PV + Großwärmepumpe versorgen ein Nahwärmenetz in Mertingen | BWP | waermepumpe.de

