Warum günstigerer Strom zentral für den Wärmepumpenhochlauf ist
Die EU-Kommission spricht derzeit einen für die Wärmepumpe wichtigen Punkt an: Strom ist für viele Haushalte im Verhältnis zu Gas zu teuer.
Genau diese Schieflage bremst den Umstieg auf Wärmepumpen. Wärme durch Verwendung von Strom kann ihre Vorteile nur dann ausspielen, wenn Strom nicht mit hohen Steuern, Abgaben und Nebenkosten verteuert wird.
Mit dem Citizens’ Energy Package empfiehlt die Kommission den Mitgliedstaaten, die Belastung von Stromrechnungen zu senken. Hintergrund ist, dass Steuern und Abgaben laut Kommission im Durchschnitt rund 25 Prozent des Haushaltsstrompreises ausmachen.
Aus Sicht der EHPA ist das bereits länger überfällig: Die derzeitige Schieflage zwischen Strom- und Gaspreis müsse endlich korrigiert werden, damit Strom für Haushalte zur naheliegenden und bezahlbaren Wahl für ihr Heizsystem wird.
Für den Wärmepumpenmarkt ist das entscheidend. Die EHPA fordert seit längerem, dass der Strompreis höchstens doppelt so hoch wie der Gaspreis sein sollte, damit Wärmepumpen im Betrieb wettbewerbsfähig sind. Zugleich verweist sie darauf, dass Länder mit hoher Strombesteuerung und im Verhältnis günstigem Gas eine langsamere Wärmepumpenverbreitung aufweisen und stärker an fossilen Energien hängen. Dort, wo Strom entlastet und fossile Energien stärker bepreist werden, steigt der Wärmepumpenhochlauf laut EHPA deutlich.

Gerade in Deutschland ist das hochrelevant. Wärmepumpen können ihren Effizienzvorteil nur dann voll ausspielen, wenn Stromkosten fair bepreist sind. Aus Sicht des BWP verhindern derzeit vor allem hohe staatliche Preisbestandteile und steigende Netzentgelte einen fairen Wettbewerb um Energie- und Kosteneffizienz. Wer in eine Zukunftstechnologie investiert, darf bei den laufenden Energiekosten nicht schlechter gestellt werden als jemand, der im fossilen System bleibt.
Deshalb ist die Botschaft aus Brüssel genau richtig! Strom muss im Verhältnis zu Gas günstiger werden. Die Kommission empfiehlt unter anderem, nicht energiebezogene Kosten aus Stromrechnungen herauszunehmen und bestehende Spielräume bei Mehrwertsteuer und Verbrauchsteuern zu nutzen. Laut EHPA, unter Verweis auf die Kommission, könnten die Haushaltsstromrechnungen um bis zu 14 Prozent, beziehungsweise im Schnitt um rund 200 Euro pro Jahr, gesenkt werden.
Weitere Infos in der Pressemitteilung der EHPA: EU advises electricity tax cuts for clean heat shift – European Heat Pump Association

