Europa Aktuell: Wärmepumpenmarkt in Europa erholt sich

Nach zwei eher schwierigen Jahren hat sich der europäische Wärmepumpenmarkt 2025 spürbar erholt meint die European Heat Pump Association (EHPA). Eine neue EHPA-Auswertung zeigt: In 16 europäischen Ländern, die für mehr als 90 Prozent des Marktes stehen, stieg der Absatz im Schnitt um circa 10 Prozent. Entscheidend waren vor allem stabile Förderbedingungen und geringere laufende Kosten, insbesondere dort, wo Strom im Vergleich zu Gas fairer bepreist wurde.


Laut EHPA wurden in 16 europäischen Ländern rund 2,62 Millionen Wärmepumpen verkauft, nach 2,38 Millionen im Jahr 2024. Damit stieg der Absatz im Schnitt um 10,3 Prozent, und der Bestand an installierten Wärmepumpen in Europa wuchs auf rund 28 Millionen Geräte. Besonders bemerkenswert: Diese Erholung kommt nach zwei Jahren rückläufiger Verkäufe, die in der Branche bereits zu Stellenabbau und Produktionskürzungen geführt hatten.

Gründe für einen erhöhten Druck im Wärmepumpenmarkt seien laut EHPA wechselnde Förderbedingungen, verunsicherte Verbraucherinnen und Verbraucher, eine schwache Konjunktur und gleichzeitig günstiges, teils subventioniertes Gas gewesen. Im Jahr 2025 setzte dann in vielen Ländern die Gegenbewegung ein. Der wichtigste Grund dafür war nicht ein einzelner Sondereffekt, sondern ein klarer politischer Rahmen basierend auf verlässlichen Förderbedingungen beim Kauf sowie günstigere Stromkosten im Betrieb.

Abbildung: Vergleich europäischer Wärmepumpenverkäufe (2024 vs. 2025) (Quelle: EHPA)

Die EHPA-Auswertung zeigt eindeutig: Wärmepumpen verkaufen sich dort besser, wo EU-Mitgliedsstaaten sowohl die Investitionskosten als auch die Betriebskosten in den Blick nehmen. Hohe Anschaffungskosten bleiben derzeit noch eine Hürde. Für den derzeitigen Markt ist aber oft das Verhältnis von Strom- zu Gaspreis am wichtigsten. Wo Strom durch hohe Steuern und Abgaben künstlich verteuert wird, leidet die Wettbewerbsfähigkeit der Wärmepumpe. Wo Regierungen Strom entlasten oder gezielte Anreize setzen, zieht der Markt schneller an.

Dass politische Verlässlichkeit entscheidend ist, zeigen auch die Länderbeispiele im Bericht. In Frankreich trug Unsicherheit über öffentliche Budgets und Förderniveaus zum Absatzrückgang bei. In Österreich brach der Markt in der zweiten Jahreshälfte ein, nachdem Förderungen Ende 2024 ausgelaufen waren. Umgekehrt nennt die EHPA positive Beispiele wie Belgien, die Niederlande und das Vereinigte Königreich, wo klare politische Rahmenbedingungen, Förderprogramme oder regulatorische Vorgaben das Vertrauen in die Technologie gestärkt haben.

Auch im Gesamtmarkt der Heizsysteme zeigt sich eine langsame Verschiebung. Der Absatz fossiler Heizkessel sank 2025 in Europa um rund 6,7 Prozent. Das Verhältnis von fossil betriebenen Kesseln zu Wärmepumpen verbesserte sich damit von 2,4 zu 1 im Jahr 2024 auf 2,1 zu 1 im Jahr 2025. Der Heizungsmarkt in Europa bewegt sich also weiter in Richtung Wärmepumpe. Jedoch ist das Tempo immer noch zu langsam.

Die neue EHPA-Auswertung zeigt vor allem eines: Der Wärmepumpenmarkt wächst dann, wenn Politik Verlässlichkeit schafft. Stabile Förderung, planbare Rahmenbedingungen und ein faireres Verhältnis von Strom- zu Gaspreis sind keine Nebenthemen, sondern zentrale Voraussetzungen für den Markthochlauf. Wenn wir in Deutschland die Wärmewende beschleunigen wollen, muss die Förderung so wie sie bis jetzt ist, fortgeführt werden.



Hier geht es zu der Auswertung der einzelnen Länder der EHPA: 20260325_Pump it up: why heat pump sales rose in 2025_EHPA