Der neue Bericht des Institute for Energy Economics and Financial Analysis (IEEFA) beteiligt sich an der derzeitigen energiepolitischen Debatte und kommt zu dem Schluss, dass Gas nicht nur ein Klimaproblem ist, sondern auch ein erhöhtes Sicherheitsrisiko. Umso wichtiger ist es für Deutschland laut Report, dass der Ausstieg aus fossiler Wärme und die Elektrifizierung des Wärmesektors schneller vorangetrieben werden müssen.

Die Überschrift des IEEFA-Reports weißt bewusst auf das immer noch bestehende Energiesicherheitsproblem hin: „Germany’s gas dependence: An energy security risk“. Denn auch nach dem Bruch mit russischem Pipelinegas ist Deutschland weiter von fossilen Importen und geopolitischen Risiken abhängig. Der Bericht zeigt auf, dass sich die Abhängigkeit nicht einfach aufgelöst hat, sondern teilweise verlagert wurde. So kamen im Jahr 2025 rund 92 Prozent der deutschen LNG-Importe aus den USA. Aus Sicht von IEEFA bleibt Deutschland damit anfällig für Preissprünge, Lieferunsicherheiten und neue geopolitische Risiken.
Interessant ist genau deswegen, dass der Report die Wärmepumpe nicht nur als Klimaschutztechnologie nennt, sondern ausdrücklich auch als Instrument für Energiesicherheit einordnet.
Das IEEFA kommt zu dem Ergebnis, dass die in Deutschland installierten rund 1,1 Millionen Wohngebäude-Wärmepumpen von 2022 bis 2025 die Nachfrage nach Gas bereits spürbar gesenkt haben. Dadurch seien Deutschland zwischen 2023 und 2025 zusätzliche LNG-Importkosten von rund 1,3 Milliarden Euro erspart geblieben.
Deutschlands Gasverbrauch erreichte laut IEEFA 2021 seinen Höhepunkt. Ein Rückgang im Gebäudebereich ist hier besonders durch die Elektrifizierung des Heizens nachzuvollziehen. Der Gasverbrauch der Haushalte sank zwischen 2021 und 2024 um 23 Prozent. Damit wird auch deutlich, dass Wärme aus Strom und Umweltenergie zu einem das Energiesystem robuster macht und auch die Anfälligkeit gegenüber fossilen Preisschocks verringert.
Laut IEEFA hilft es nicht die derzeitige neue Unsicherheit mit noch mehr fossiler Infrastruktur zu beantworten. Der Bericht kritisiert den weiteren LNG-Ausbau, langfristige Importverträge und die starke Rolle neuer gasbasierter Kraftwerksstrategien.
Stattdessen empfiehlt das Institut, Gas konsequent durch Erneuerbare, Wärmepumpen und Effizienzprogramme zu ersetzen.
Der Report macht deutlich, dass Wärmepumpen messbar Gas ersetzen können. Laut IEEFA haben die seit 2022 installierten Wohngebäude-Wärmepumpen den kumulierten Gasbedarf um rund 40 Terawattstunden gesenkt. Der Bericht verweist auch auf die Zahlen des BWPs und sagt, dass sich der Markt 2025 wieder erholt hat. In Deutschland wurden in 2025 rund 299.000 Wärmepumpen verkauft, damit lagen sie erstmals vor Gasheizungen.
Es zeigt sich ein eindeutiges Bild als Schlussfolgerung des Reports: Wer Deutschlands Gasabhängigkeit senken will, muss saubere Heiztechnologien und Elektrifizierung weiter stärken, statt neue fossile Abhängigkeiten aufzubauen.
Hier geht es zum Report auf Englisch: IEEFA_Germany gas dependence an energy security risk_March 2026.pdf

