Über 350 Vertreterinnen und Vertreter der Branche kamen am 26. und 27. November zum 23. FORUM Wärmepumpe in Berlin zusammen. Auf dem Programm: Spannende Vorträge, angeregte Podiumsdiskussionen und vorsichtiger Optimismus. Aber auch: Klare Forderungen an die Politik.
Nach Monaten der Unsicherheit über die künftigen Rahmenbedingungen setzte Claus Fest, Vorstandsvorsitzender des BWP, in seiner Eröffnungsrede einen optimistischen Impuls: „Niemand kann uns jetzt noch aufhalten!“ Die Wärmepumpe sei dabei, sich auch in der Modernisierung als neue Standardheizung durchzusetzen. Sie belege in diesem Jahr erstmals den ersten Platz der in Deutschland verkauften Wärmeerzeuger. Im Neubau sei sie ohnehin schon der Spitzenreiter. Nun gelte es, die politischen Rahmenbedingungen für die angestrebte Elektrifizierung zu stellen, um die Klimaziele zu erreichen: „Das funktioniert nur, wenn das Verhältnis von Strom- zu Gaspreis bei zwei oder darunter liegt.“ Die Stromsteuer müsse in Deutschland auf das europarechtlich zulässige Minimum reduziert werden.

Klimaschutz im Gebäudesektor
Wie sich die Klimaziele im Gebäudesektor konkret umsetzen lassen, war ein zentrales Thema des ersten Veranstaltungstages. Bertold Goeke, Abteilungsleiter für Klimaschutz im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz und Nukleare Sicherheit (BMUKN) betonte in seiner Keynote zum Klimaschutz in Gebäuden: Der CO2-Preis habe im Gebäudesektor eine essenzielle Lenkungswirkung.
Aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) war Jens Acker zu Gast, der im Ministerium als Referatsleiter unter anderem für die Bundesförderung Effiziente Gebäude (BEG) zuständig ist. Zur anhaltenden Debatte um die Wärmepumpen-Förderung erklärte er: „Wir arbeiten an einer Lösung. Im Koalitionsvertrag steht, dass das BEG fortgesetzt wird.“
Neues Bühnenformat: Politik im Dialog
Das Format “Politik im Dialog“ ersetzte aufgrund der parallel stattfindenden Haushaltsdebatte im Bundestag kurzfristig die klassische parlamentarische Runde. Jeweils ein Bundestagsabgeordneter und ein Branchenvertreter kamen auf der Bühne zu einem Dialog zusammen. Dabei ging es insbesondere um die aktuelle Debatte um das Gebäudeenergiegesetz (GEG), die Klimaziele im Gebäudesektor und die Frage, wie die Wärmewende sozial gerecht gestaltet werden kann. Zu Gast waren Sepp Müller, (CDU/CSU-Bundestagsfraktion), Violetta Bock (LINKE) und Dr. Julia Verlinden (Bündnis90 / Die GRÜNEN). Das Publikum wünschte sich von der Politik vor allem eins: Planungssicherheit.

Interaktives Programm: Exkursionen und Workshops
In diesem Jahr wurden wieder zwei Exkursionen zu Großwärmepumpen-Projekten in Berlin angeboten. Eine Gruppe besuchte IKEA in Lichtenberg, wo auch Robert Habeck, ehemaliger Minister, während seiner Sommerreise im Jahr 2024 einen Zwischenstopp einlegte. Eine weitere Gruppe besuchte den innovativen Bürokomplex „Dockyard“ an der Warschauer Straße. Das breite Angebot wurde durch vier Workshops zu folgenden Themen ergänzt: Home Energy Management, KI für das Fachhandwerk, Erdwärme in der Sanierung und kommunale Wärmeplanung.



