Europa Aktuell: Ein zukunftsfester Energie-Rahmen nach 2030 braucht mehr Elektrifizierung

Mit einem gemeinsamen Schreiben an Ursula von der Leyen, António Costa und Roberta Metsola fordern zahlreiche Verbände und Unternehmen einen starken europäischen Energie-Rahmen für die Zeit nach 2030.

Die Botschaft: Energiesicherheit, Bezahlbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit lassen sich nur mit weniger fossilen Importen, mehr Effizienz und einer schnelleren Elektrifizierung erreichen. Für die Wärmepumpenbranche ist das ein wichtiges Signal.


Europa soll seine Energiepolitik nach 2030 stärker an Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit ausrichten. Das fordern unter anderem EHPA, WindEurope, SolarPower Europe und weitere Organisationen in Ihrem Brief an die EU-Spitze. Als Hintergrund nennen sie Russlands Krieg gegen die Ukraine und die Spannungen im Nahen Osten. Diese haben aus Sicht der Unterzeichner erneut gezeigt, wie riskant Europas Abhängigkeit von fossilen Importen derzeit noch ist. Genau deswegen kommt es auf die Entscheidungen an, die jetzt für den Rahmen nach 2030 getroffen werden. Die Folgen daraus würde Europas Energiesicherheit über Jahrzehnte prägen, meinen die Verbände.

Deshalb knüpft der Brief ausdrücklich an die bisherigen EU-Ziele an. Die derzeit geltende Gesetzeslage mit der Erneuerbare-Energien-Richtlinie und der Energieeffizienzrichtlinie zeigten bereits Wirkung. Sie haben den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigt, die Energieeffizienz verbessert und Bürger sowie Unternehmen besser gegen volatile fossile Energiepreise geschützt. Künftig müsse Europa diesen Weg nicht abschwächen, sondern konsequent ausbauen.

Ein großer Anreiz bleibt das Thema Elektrifizierung. Wenn etwa der Hälfte der europäischen Wirtschaft bis 2040 elektrifiziert ist, könne man netto rund 29 Milliarden Euro pro Jahr einsparen. Gleichzeitig würde bereits jedes zusätzliche Prozent Energieeffizienz die Gasimporte um 2,6 Prozent mindern. Laut dem gemeinsamen Schreiben könnten erneuerbare Energiesystem in Europa 1,6 Billionen Euro sparen.


Für den weiteren Kurs nach 2030 schlagen die Unterzeichner sieben Leitlinien vor. Dazu gehören verbindliche und ambitionierte EU-Ziele für Erneuerbare Energien und Effizienz, durchsetzbare Umsetzungsmechanismen, eine konsequente Umsetzung bestehender EU-Gesetze, ein stärkerer Rahmen für erneuerbare Energien basierte Elektrifizierung, die Sicherung weiterer Fortschritte bei der Energieeffizienz, der beschleunigte Ausbau von Flexibilität und Speichern sowie mehr Finanzierung und grenzüberschreitende Zusammenarbeit.

Elektrifizierung soll laut Schreiben in Gebäuden, Verkehr und Industrie deutlich schneller vorankommen. Gleichzeitig heben die Verbände hervor, dass auch erneuerbares Heizen und Kühlen bessere Rahmenbedingungen braucht.

Ebenso wichtig ist der Fokus auf Planbarkeit. Die Unterzeichner fordern unter anderem, dass Mitgliedstaaten technologiebezogene Auktionen fünf Jahre im Voraus planen und damit mehr Vorhersehbarkeit für Märkte und Lieferketten schaffen. Diese Forderung zielt auf Investitionssicherheit ab. In Deutschland ein entscheidender Faktor für die Wärmepumpenbranche. Hersteller, Handwerk und Verbraucher brauchen verlässliche politische Leitplanken statt kurzfristiger Kurswechsel.



Auf europäischen und deutschen Level sollten wir uns also einen strategischen Rahmen überlegen der für mehr Elektrifizierung, Effizienz und erneuerbare Wärme steht. Wenn die EU nach 2030 auf Energiesicherheit und Bezahlbarkeit setzt, führt am schnelleren Austausch fossiler Heizungen durch elektrische, effiziente Wärmepumpen kein Weg vorbei. Die Wärmepumpe kann also eine der Antworten auf die derzeitigen Fragestellung einer neuen strategischen Ausrichtung  sein.


Hier geht es zur EHPA-Pressemeldung: Joint letter: energy security and affordability in a new geopolitical era – European Heat Pump Association