Treibhausgas-Emissionen im deutschen Gebäudesektor 2025 um 3,4 Prozent angestiegen 

Die Treibhausgas-Emissionen im deutschen Gebäudesektor sind laut dem Expertenrat für Klimafragen im Jahr 2025 um 3,4 Prozent auf 103,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente gestiegen. Das Umweltbundesamt führt den Anstieg der Emissionen im Gebäudesektor unter anderem auf den kalten Winter zurück – dadurch sei der Heizwärmebedarf größer gewesen als im Vorjahr. 


Fossile Brennstoffe werden im Gebäudesektor jedoch nicht nur zur Beheizung, sondern auch zur Kühlung und zur Stromerzeugung eingesetzt. Dabei entstehen verschiedene Treibhausgase, wie Kohlendioxid (CO2), Schwefeldioxid (SO2) und Stickoxide, vor allem Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO₂). Darüber hinaus entsteht Feinstaub, der neben seiner Klimawirkung auch die Luftqualität beeinträchtigt und gesundheitsschädigend ist.  

Wieso werden Emissionen in CO2-Äquivalenten angegeben? 

Da es viele verschiedene Treibhausgase gibt, die unterschiedlich klimawirksam sind, braucht es eine einheitliche Vergleichsgröße. CO2 macht den mengenmäßig größten Anteil der Treibhausgase aus und wurde deswegen als Vergleichsgröße festgelegt. Wie klimawirksam ein Treibhausgas ist, wird mit dem Global Warming Potential (GWP) – also dem Globalen Erwärmungspotenzial – angegeben. Ein Kilogramm CO2 hat per Definition ein GWP von 1. Andere Gase werden entsprechend ihrer Klimawirkung in CO2-Äquivalente umgerechnet. So hat ein Kilogramm des besonders klimaschädlichen Gases Methan beispielsweise ein GWP von 27.  

Wie lassen sich die Emissionen im Gebäudesektor reduzieren? 

Um die Treibhausgas-Emissionen im Gebäudesektor zu reduzieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Die Energieeffizienz der Gebäudehülle steigern, Strom und Wärme vermehrt aus Erneuerbaren Energien erzeugen und ganz besonders: Das Heizsystem mit einer Wärmepumpe hocheffizient elektrifizieren. Das Umweltbundesamt hebt bei seiner Bewertung der Emissionen im Gebäudesektor explizit die emissionsmindernde Wirkung Erneuerbarer Energien in der Wärmeerzeugung hervor:   

“Erneut ist die Witterung Haupttreiber im Gebäudesektor, da die im Vergleich zum Vorjahr kühlere Witterung zu einer gestiegenen Nachfrage nach Raumwärme und dadurch emissionssteigernd wirkte. Der Anstieg der Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärmeerzeugung trug emissionsmindernd zur Trendentwicklung bei.“ 
Umweltbundesamt

Welchen Einfluss hat die Witterung auf die Emissionen?

Die gemittelte Jahrestemperatur lag im Jahr 2025 um 0,9°C unter dem Wert des Vorjahres. Insbesondere die Monate Februar, März und Oktober waren deutlich kälter als im Vorjahreszeitraum. Daraus resultierte ein höherer Bedarf an Raumwärme, der sich beispielsweise an dem um acht Prozent höheren Einsatz von Erdgas zeigte, was in absoluten Zahlen einem Plus von 90.700 Terajoule entspricht.  

Diesem Trend stand die emissionssenkende Wirkung des wachsenden Anteils Erneuerbarer Energien in der Wärmeerzeugung gegenüber: Er stieg von 197,3 Terrawattstunden im Jahr 2024 auf 209,8 Terrawattstunden im Jahr 2025, was einem prozentualen Anstieg von 0,8 am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte entspricht. Um die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen, muss dieser Anteil jedoch weiter ausgebaut werden. 


Quellen

Expertenrat für Klimafragen (2026): Prüfbericht zur Berechnung der deutschen Treibhausgasemissionen für das Jahr 2025 und zu den Projektionsdaten 2026. Prüfung und Bewertung der Emissionsdaten sowie der Projektionsdaten gemäß § 12 Abs. 1 Bundes Klimaschutzgesetz. Online verfügbar unter: https://www.expertenrat-klima.de

Umweltbundesamt (2026): Berechnungen der bundesdeutschen Treibhausgas Emissionen für das Jahr 2025. Online verfügbar unter: https://www.umweltbundesamt.de/system/files/document/Begleitbericht-2026.pdf